
Zwischen Weihnachten und Neujahr wurde in unsere Kita eingebrochen. Was auf den ersten Blick wie ein materieller Schaden wirkt, hat für unsere Kinder eine viel tiefgreifendere Bedeutung. Ein Kindergarten ist für Kinder ein geschützter Raum – ein Ort, an dem sie sich sicher fühlen, spielen, lachen, lernen und ganz sie selbst sein dürfen. Wenn jemand unbefugt in diesen Raum eindringt, erschüttert das genau dieses Gefühl von Sicherheit.
Kinder erleben ihre Umwelt sehr intensiv. Sie wissen, wer zu ihrer Kita gehört und wer nicht. Die Vorstellung, dass eine fremde Person in ihrem Spielraum war, kann verunsichern, Ängste auslösen und das Vertrauen in diesen eigentlich sicheren Ort beeinträchtigen. Gerade für jüngere Kinder ist es schwer zu verstehen, dass etwas „Schlimmes“ passiert ist, obwohl sie selbst nichts davon mitbekommen haben.
Besonders schmerzlich ist für uns der Verlust einer großen JBL-Partybox mit Mikrofon, die wir erst kürzlich erhalten haben. Sie war ein wertvolles pädagogisches Werkzeug: Beim gemeinsamen Singen konnten wir Musik noch intensiver erleben, und durch das Mikrofon haben sich einige Kinder zum ersten Mal getraut, laut zu sprechen oder zu singen. Kinder, die sonst sehr still sind, haben plötzlich ihre Stimme entdeckt, waren mutig und stolz auf sich. Diese Momente waren unglaublich wertvoll für ihr Selbstvertrauen und ihre persönliche Entwicklung.
Im Moment können wir diese Möglichkeit nicht mehr bieten. Die Kinder fragen nach dem Mikrofon, erinnern sich an ihre Auftritte und verstehen nicht, warum das nun nicht mehr geht. Für sie ist das ein echter Verlust – nicht nur eines Gegenstands, sondern einer Erfahrung, die ihnen Mut gemacht und sie wachsen lassen hat.
Wir wünschen uns, dass Menschen, die in Kitas einbrechen, einen Moment innehalten und darüber nachdenken, wen sie damit wirklich treffen. Es sind nicht nur Gebäude oder Geräte – es sind Kinder, deren sicherer Raum verletzt wird. Und das ist etwas, das weit über einen materiellen Schaden hinausgeht.